ZIGUINCHOR – EPINAY-SUR-SEINE – HAMBURG – AMSTERDAM 2015-2016

Unter dem Motto „De-plastifiziere dein Leben! De-plastifier ta vie! M’Bous bakhoul!“ realisierte die Initiative Système-D im September 2015 (5.-13.9.) in Hamburg den ersten Teil einer großen tri-nationalen Begegnung zwischen 30 jungen Erwachsenen aus Hamburg/Deutschland, Epinay-sur-Seine und Aubervilliers/Frankreich und Ziguinchor/Senegal.

In künstlerisch-medialen Werkstätten (Up-Cycling; Recherche- und Film; Theater-Performance) wurden zur Thematik der Plastikvermeidung Informationen gesammelt, ausgetauscht und in der Öffentlichkeit präsentiert. Die Begegnung schuf außerdem Raum für Reflexion zu Kultur und Sprache und Austausch über global-lokale Zusammenhänge von verschieden erlebten Realitäten und Umgang mit Müll. Die Ergebnisse der Werkstätten wurden auf dem Jugend-Umwelt-Forum ‚Der Planet in deinen Händen’ des DFJW/OFAJ am 12.9.2015 präsentiert. Außerdem hat eine Delegation das Projekt auf dem Elb-Klimacamp am Falkensteiner Ufer vom 17.-20.9.2015 von Hajusom e.V. präsentiert.


Im zweiten Teil des Projektes

vom 7. Mai bis zum 21. Mai 2016 trafen sich die gleichen jungen Erwachsenen aus dem Senegal, Frankreich, Deutschland und zusätzlich der Niederlande in der südsenegalischen Stadt Ziguinchor. Unter dem Motto „Palaver Platz – Unsere Umwelt, unser Engagement“ befreiten die Teilnehmenden Hand in Hand mit den AnwohnerInnen einen brach liegenden Platz vom Müll und verwandelten ihn in einen place à palabre – einen Gemeinschaftsplatz. Inspiriert wurde dieses Bauvorhaben von der ursprünglichen Form der Konfliktlösung der Region. Unter dem ‚l’arbre à palabre’, dem Palaverbaum, versammelten und diskutierten früher die BewohnerInnen, bis sie einen Konsens fanden. Es entstand ein Basketballplatz, umrahmt von Spielgeräten aus alten Autoreifen und Holzbänken.

Hintergrund für das Projekt in der Stadt Ziguinchor ist die massive Verschmutzung durch Plastiktüten durch den unmittelbar angrenzenden Markt in dem Viertel Boucotte-Kulumba. Obwohl im Januar 2016 das Plastiktüten-Verbot im Senegal eingeführt wurde, prägen die ultradünnen bunten Tüten weiterhin das Straßenbild der Stadt. Neben dem Bauvorhaben des „Palaver-Platzes“ zeigen die Projekt-TeilnehmerInnen in kreativen Workshops mit der Herstellung von Jutebeuteln und traditionellen Kalebassen (getrocknete Kürbisse) regional umsetzbare Alternativen zu Plastiktüten, die in einem großen Demonstrationszug auf dem Markt auch kundgetan wurden. An umliegenden Schulen vermittelten sie den SchülerInnen auf spielerische Weise die gesundheitlichen Risiken von Plastikmüll und die Gefahren für die Umwelt.

Den Abschluss krönte ein Einweihungsfest mit Urban Rap, den im Senegal traditionellen Ringkämpfen, einem Calebassen-Catwalk, Saitenspiel der Xalam und akustischen Klängen des Orchestre Casamance. Geschätzte dreihundert Menschen verfolgten gebannt die Akrobatikeinlage und stürmten am Ende begeistert auf den Platz. Damit war die Einweihung perfekt.

Partner:
Hajusom e.V. (Hamburg)
REESO reseau d´echange, d´entraide, solidaire et organise (Epinay-sur-Seine, Il-de-France/Paris)
ASC-Kulumba Association Sportive et Culturelle (Ziguinchor/Senegal)
Havelar’s Engaged Youth (HEY!) (Amsterdam)

 

photography copyright niculai constantinescu

In Kooperation mit: Hajusom e.V., Haus der Familie bei der Schilleroper, Haus Drei
Gefördert von: DFJW, Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Robert Bosch Stiftung / On y va!